Das Narrenschiff
06.09.2009 - Helsinki - Korjaamo Culture Factory - 20:00
20.09.2009 - Budapest - A38 (Schiff - ohne Gastmusiker)
23.09.2009 - Berlin - Kesselhaus Kulturbrauerei (Gastmusiker: N.U.Unruh/Bob Rutman/Trinity & Lucious Loyd)
03.10.2009 - Mallorca - Festival - 20:00
10.10.2009 - Mailand - Eaststand studios - 20:00
09.12.2009 - Quebec - Anti Tube - 20:00
12.12.2009 - Toronto - Music Gallery

„Das Narrenschiff“
Eine Aufführung von Danielle de Picciotto und Alexander Hacke
Basierend auf dem Buch von Sebastian Brant (1458)
Geschichte
Die Aufführung „Das „Narrenschiff“ von Danielle de Picciotto und Alexander Hacke erarbeitet,
greift den Impuls Sebastian Brants auf, mittels Sprache und Bildern das menschliche Leben als
eine gedankenlose Schiffsreise über das Meer darzustellen, verstrickt in Sünden und Laster,
angetrieben von begehrlichen Wünschen und Hoffnungen, verblendet im Blick für die Wahrheit
des Menschen, dem Verderben und Untergang droht. Die fortdauernde Aktualität des 1494
veröffentlichten Werkes mit seiner satirischen Verbindung zu Politik, Religion und Kultur hat
die Künstler De Picciotto und Hacke zu einer eigenen Version inspiriert. Dank ihrer
vielseitigen musikalischen und künstlerischen Talente bieten sie einen neuen, ganz
individuellen Kommentar zum heutigen globalen Narrentanz.
Aufführung
Die Künstler Hacke /De Picciotto sind dafür bekannt unkonventionelle, interkulturelle Projekte
international zu initiieren bei denen Gegensätze aufeinander treffen. Angefangen haben sie mit
dieser Forschungsarbeit 2001 bei dem 2 Jährigen Veranstaltungsprojekt „Bada Bing“. Dort brachten
sie bewusst unterschiedliche Musik Elemente und Musiker zusammen auf eine Bühne um Neues
entstehen zu lassen. Das darauf folgende Solo Projekt von Alexander Hacke „Sanctuary“ wurde im
selben Sinne auf einer Weltreise komponierte indem er unterschiedlichste internationale
Musikerfreunde dazu aufforderte daran teilzunehmen.
Bei den gemeinsamen Projekten „The History of Electricity“ (reines Elektronik Programm) 2004
und Mountains of Madness 2005 (zusammen mit den Tiger Lillies) war es Danielle de Picciotto und
Alexander Hacke immer sehr wichtig diesen Gedanken der Gegensätze hervorzuheben. Es interessierte
sie vor allem Stile zusammenzubringen die volkstümlich als unvereinbar betrachtet werden um zu
demonstrieren dass Gegensätze sich befruchten und neue Impulse entstehen lassen.
Bei der Aufführung „Das Narrenschiff“ wurde dieser Gedanke noch weiter getragen – hier ging es
nun um die Zeitlichen Gegensätze der Vergangenheit und Gegenwart neben unterschiedlichen
Musikstilen und Instrumentationen und darum das Buch von Sebastian Brant (1465) sehr Zeitgemäß
aufzuführen um seine Aktualität zu hervorzuheben.Dies wird mittels u.a. mit orientalischen Rhythmen,
Süd pazifischen Kultsymbolen, amerikanischen Country und Kirmes Ikonography und Deutschem Kulturgut
vorgeführt. Die Interaktion der mittelalterlichen Texte, traditioneller und elektronischer Musik,
Zeichnungen und Filmaufnahmen spricht sehr bewusst ein „state –of-the -art“ Publikum an, welches an
gegenwärtigen Ausdrucksformen interessiert ist. In der Aufführung präsentieren De Picciotto/ Hacke
elf der von Brant beschriebenen Narren mittels gelesenen Texten, live aufgeführter Musik und
Projektionen. Tiefe Bass Frequenzen, knirschendes Metal, melancholische Harfenklänge, aggressive
Gitarren Riffs, verzerrte Sounds und verstaubte Tangoaufnahmen untermalen den großartigen Gesang
von Alexander Hacke und die mystischen Texte von Danielle de Picciotto. Die Musik und rezitierte
Lyrik von Brant werden von einer schillernden Projektionswelt umrankt, die aus Zeichnungen und
Filmaufnahmen von Danielle de Picciotto bestehen. Das Künstlerpaar präsentiert eine magische Welt
des Narrentums – als Spiegel aber auch als Warnung. Mit lakonischem Humor und bedingungsloser
Exzessivität wird die Verführung und Gefahr dieser unserer Welt vorgeführt.
2009 konzentriert sich das Künstlerehepaar sich darauf diese Inszenierung international mit
Gastmusikern, Tänzern und Lesern der jeweiligen Stadt und in deren Landessprache aufzuführen und
zu dokumentieren. Da „Das Narrenschiff“ der erste Bestseller Europas war gibt es die Geschichte
in allen Sprachen übersetzt. Der dadurch entstandene Austausch an traditionellen Instrumenten,
Melodien, Tänze und Sprachen soll die Globalität der angesprochenen Themen verdeutlichen.
Im Oktober 2008 fand dieser Ansatz in Prag während dem MOFFOM Film Festival statt mit Adrian Stout
der Tiger Lillies auf der singenden Säge und Theramin;
Pavel Zajicek (von der legendären Prager band DG307) als tschechischer Leser, Petr Venkrbec auf
dem Saxophon, und Jiri Kollman mit Perkussion .
Am 15. April in Istanbul mit Murat Ertel von Babazula auf der Sas , Cosar Kamci mit Perkussion,
und Fakih Kademoglu auf der Neyflöte. Diese Aufführungen fanden mit großem Erfolg statt.
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The Ship of Fools
A Performance by Danielle de Picciotto and Alexander Hacke
Based on the novel by Sebastian Brant (1458)
Story
„The medieval novel “The Ship of Fools„ which is based on the image of a ship filled with fools,
seafaring through the oceans of life, is a metaphor not only depicting the foolhardiness of mankind
the detailed descriptions of the different fools within the ship describe current character traits as
well as ancient ones. The timelessness of this story appealed to Danielle de Picciotto and
Alexander Hacke, inspiring them to compose a show based on eleven fools described in the book,
presenting the seduction of follies, their downfall and hidden assets by means of music and projected
visuals.The artist couple has been collaborating on unusual projects since 2001, initiating performances
such as “Mountains of Madness” based on HP Lovecraft stories (inviting the English trio “Tiger Lillies”
to participate) –as a clash of cabaret and electronics, “Bada Bing” a performance series presenting an
eclectic mix of Berlin musicians and music styles on the same stage - creating new ideas caused by
clashes; “The History of Electricity” an electronic performance depicting electricity in its most unusual
and abstract form, and countless international workshops and conference participations on the innovative
culture in Berlin.
Show
The artists De Picciotto/ Hacke are known for being unconventional – ever involved in discovering new ways
of presenting avant-garde ideas or interaction among cultures and generations. With the performance
„The Ship Of Fools” it was their objective to explicate the novel by Sebastian Brant in a very contemporary
spirit – emphasizing that medieval themes are astonishingly up to date politically, religiously and
sociologically – mirroring them in different cultural traditions to highlight their international relevance
with oriental rhythms, American sideshow and country themes, south pacific tiki aspects or Berlin underground
statements. The interaction among text, music and video represents a „state - of - the – art” approach to
classic literature, traditional and electronic music, art and film.The artists present each of the 11 chapters
with a short recital of Brant’s original text. After reading
they illustrate the described fool with music and visuals. Deep bass lines, scraping metal, melancholic
autoharps, violent guitar riffs, bizarre sound recordings, electronic break beats, long forgotten tango
tunes entwined with Hacke´s magnificent singing and Danielle’s mystic lyrics are illuminated by intricate
projections depicting illustrated scenes of fools debauchery, burlesque dance clips and colorful tiki
animations (all drawings and filming by Danielle de Picciotto). The artists present a magical world –
a dreamlike mirror of the one we are all living in –this live performance is charged with laconic humor
and fantasy inviting us to not only be seduced by its follies but also be conscious of its possible downfall.
2009 the artists are presenting the ship of Fools internationally in different languages with countless guest
musicians to demonstrate its universality. In Prague 2008 they successfully presented the show during the
MOFFOM Film Festival with Adrian Stout der Tiger Lillies playing the singing saw and Theremin; Pavel Zajicek
(of the legendary band DG307) reading the Czech text, Petr Venkrbec on Sax and Jiri Kollman on percussion.
In Istanbul on April 15th 2009 it was successfully presented to a sold out house with Murat Ertel von BabaZula
on the Sass, Cosar Kamci on Percussion, und Fakih Kademoglu on the Ney flute.
